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Aus dem Fernseharchiv

Peter Lilienthal

In den Archiven der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Deutschlands liegt ein kaum bekannter Schatz: Spielfilme teils prominenter Regisseure und/oder Drehbuchautoren, entstanden hauptsächlich in den sechziger und siebziger Jahren, als die Rundfunkanstalten zugleich ein Übungs- und Experimentierfeld auch für Nachwuchsfilmemacher waren. Es handelt sich um reine TV-Produktionen, die in aller Regel auch nur im Fernsehen gezeigt wurden, dort allerdings ein Millionenpublikum erreichten. Auf diesen weitgehend vergessenen Teil der deutschen Filmgeschichte möchte die von Jan Gympel initiierte und mitkuratierte Reihe Aus dem Fernseharchiv hinweisen: Monatlich wird ein Fernsehspielfilm aus dem Bestand der Sammlung Fernsehen der Deutschen Kinemathek präsentiert.

Im vierten Quartal 2019 würdigen wir Peter Lilienthal, dessen Geburtstag sich am 27. November zum neunzigsten Mal jährt. In den Sechzigerjahren, bevor er Kinofilme drehte, war der gebürtige Berliner einer der prominentesten, aber auch umstrittensten Fernsehfilmregisseure Deutschlands. Während seine oft vom absurden Theater beeinflussten Produktionen beim breiten Publikum wenig Anklang fanden, feierte ihn die Kritik wegen seiner Experimentierfreude, ungewöhnlichen Erzähltechnik und eigenwilligen Bildgestaltung. Immer wieder wurden Begriffe wie „avantgardistisch“ und „kafkaesk“ bemüht, allerdings auch der Vorwurf erhoben, in „Manierismen“ abzugleiten. Für Peter W. Jansen war Lilienthal „der konsequenteste, ja bislang einzige Filmautor, den das deutsche Fernsehen hervorgebracht hat“ (Die Zeit, 2.2.1968). Die katholische Wochenzeitung Echo der Zeit urteilte: „Von den jungen deutschen Regisseuren formuliert niemand so nachdrücklich und bestürzend das Lebensgefühl unserer Zeit wie Peter Lilienthal.“ (3.12.1967) Und Uwe Nettelbeck befand 1965, bevor der Junge Deutsche Film richtig startete, mit Blick auf Peter Lilienthal: „Es ist so unwahrscheinlich nicht, daß man einmal wird sagen müssen, alles, was in den sechziger Jahren im deut­schen Film passiert ist, habe im Fernsehen stattgefunden.“ (Die Zeit, 26.3.1965).

Aus dem Fernseharchiv ist eine Kooperation mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen.

Tickets

Eintritt 5 €
Geänderte Preise sind im Programm vermerkt.

Reservierung:

Mo-Fr 10-18 Uhr

T +49 30 20304-421

Kinokasse:

eine Stunde vor Beginn der ersten Vorstellung

T +49 30 20304-770

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Rollstuhlgerechter Zugang

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