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Aus dem Fernseharchiv

Gabi Kubach

In den Archiven der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Deutschlands liegt ein kaum bekannter Schatz: Spielfilme teils prominenter Regisseure und/oder Drehbuchautoren, entstanden hauptsächlich in den sechziger und siebziger Jahren, als die Rundfunkanstalten zugleich Übungs- und Experimentierfeld für Nachwuchsfilmemacher waren. Es handelt sich um reine TV-Produktionen, die in aller Regel auch nur im Fernsehen gezeigt wurden, dort allerdings ein Millionenpublikum erreichten. Auf diesen weitgehend vergessenen Teil der deutschen Filmgeschichte möchte die von Jan Gympel initiierte und mitkuratierte Reihe Aus dem Fernseharchiv hinweisen: Monatlich wird ein Fernsehspielfilm aus dem Bestand der Sammlung Fernsehen der Deutschen Kinemathek präsentiert.

Im ersten Quartal 2020 zeigen wir drei Arbeiten von Gabi Kubach, die im Oktober 2019 ihren 75. Geburtstag feierte. Ausgebildet an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film, wo sie 1967 zu den ersten Studentinnen gehörte, schrieb sie gemeinsam mit Axel Block, Melanie Walz und Regisseur Peter F. Bringmann das Drehbuch zu dem 1973/74 entstandenen Umweltdrama Kein Grund zur Unruhe, welches bereits im März 2017 in der Reihe Aus dem Fernseharchiv lief. Auch ihr zweiter abendfüllender Film Das Ende der Beherrschung (wie alle drei hier gezeigten Arbeiten nach eigenem Drehbuch entstanden) erregte seinerzeit viel Aufmerksamkeit. Danach teilte Gabi Kubach jedoch das Schicksal vieler Filmschaffender, die ausschließlich für das Fernsehen arbeiteten: Obwohl über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich tätig, wurde sie von der Kritik und erst recht von der Filmgeschichtsschreibung kaum mehr beachtet. Davor bewahrte sie nicht einmal der Umstand, dass auch im späten zwanzigsten Jahrhundert Frauen, die Filme machten und sich auf diesem Gebiet eine lange, erfolgreiche Karriere aufbauen konnten, noch eher eine Ausnahme darstellten.

Aus dem Fernseharchiv ist eine Kooperation mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen.

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